Mit der linken Maustaste kannst du das Buch anhalten
Brumm Brumm sucht den Osterhas’
Heute staunte Brumm Brumm nicht schlecht.
Stand doch auf dem Frühstückstisch eine Packung mit Eiern.
Nicht solche normalen weißen Eier, neiiiiiiiiiiin, bunt sind sie.
Eines ist rot, eines grün, eines blau und da eines ist sogar rot mit gelben Tupfen. Brumm Brumm bekommt ganz große Augen vor Staunen. Er zieht Mama Brumm Brumm am Ärmel und fragt sie:„Mama, Mama was sind das für bunte Eier?“ Mama antwortet ihm: „Das sind Ostereier für’s Frühstück, die habe ich beim Osterhasen schon mal vorzeitig geholt. Sie sind noch nicht ganz so schön, wie die richtigen Eier. Aber der Osterhase übt sich ja noch im Malen. Aber nun stör’ mich nicht weiter, ich habe noch zu tun.“ Den Tonfall von der Mama kennt Brumm Brumm, wenn die Mama das sagt, hat sie wirklich keine Zeit. „Hmmm“, grübelt Brumm Brumm, „was ist ein Osterhase? Ein Hase, der Eier bemalt? Ob er sie auch selber legt, so wie die Hühner?“ Schnell läuft er in den Garten zum Hasenstall.
Brumm Brumms Lieblingshase heißt Schnuffle. Brumm Brumm schaut Schnuffle genau an und fragt ihn: „Schnuffle, bist du ein Osterhase und kannst du Eier legen?“ Schnuffle knabbert beleidigt an seiner Mohrrübe und schimpft mit Brumm Brumm. „Hast du mich schon einmal Eier legen sehen? Das machen doch die Hühner. Du stellst heute wirklich dumme Fragen.“ „Ist ja gar nicht wahr“, sagt Brumm Brumm. Mama sagt immer: „Es gibt keine dummen Fragen. Es gibt nur dumme Antworten!“ Dreht sich um und sagt sich: „ Dann frage ich eben Bärli, die weiß immer alles.“Schau, Bärli gießt gerade ihre Tulpen. „Mädchen und ihre Blumen“, denkt Brumm Brumm, „als wenn es nichts Wichtigeres gibt.“ Dabei liebt Brumm Brumm auch die Blumen. Überhaupt im Frühjahr, wenn es wieder langsam warm wird nach dem langen Winter und die Schneeglöckchen , die Märzenbecher, die Narzissen, die Tulpen und die vielen anderen schönen Blumen aus der Erde wachsen. Brumm Brumm erzählt seiner Freundin vom Osterhasen. Bärli setzt ihr schlaues Gesicht auf: „Eier legen die Hühner, komm wir gehen zu Gockel und seinen Hennen, die müssen es wissen.“ Die beiden Kinder gehen zum Hühnerstall und fragen Gockel: “Sag’ mal, kennst du den Osterhasen?“ Sie erzählen ihm die Geschichte von den bunten Eiern. Gockel stellt seinen Kamm hoch, reißt den Schnabel auf und kikerikiet aufgeregt los. „Nein, kenne ich nicht. Eier legen nur Vögel. Na gut auch einige andere Tiere. Aber von einem eierlegenden Hasen habe ich noch nichts gehört.“ Auf dem Zaun sitzt ein kleiner Vogel. „Tschilp, tschilp“, singt er. „Ich weiß, wo ihr den Osterhasen findet. Dort im Wald auf der Lichtung, dort hat er seine Werkstatt. Kommt, ich zeige euch den Weg..“
Die beiden Bärenkinder folgen dem kleinen Vogel durch den Wald. Hier stehen aber viele Bäume. Da ist ein ganz großer dicker Baum, der sieht ganz runzelig aus und versperrt den Weg. Es rauscht in den Wipfeln und Brumm Brumm hört, wie der Baum ihn fragt: „Was wollt ihr hier? Hier ist die Grenze vom Märchenland und ich bin der Wächter. Ohne meine Erlaubnis könnt ihr nicht weiter. Brumm Brumm erzählt dem Baum die Geschichte vom Osterhasen mit den bunten Eiern. „ Ja“, sagt der Baum, „da seid ihr hier schon richtig“ und lüftet seine Zweige. „Schaut, da wohnt der Osterhase mit seiner Familie und seinen Freunden. Jetzt zur Osterzeit haben sie sehr viel zu tun. Ich weiß nicht, ob er Zeit für euch hat.“
Was für ein Treiben! Die Kinder trauen ihren Augen nicht. Überall sind ganz sonderbar aussehende Hasen damit beschäftigt, Eier anzumalen.
Da! Dort werden auch Schokoladenosterhasen, Herzen und noch viele andere Süßigkeiten in buntes Papier gewickelt. Brumm Brummn steckt sich gerade ein Schokoladenei in den Mund. Auf einmal wird er streng von der Seite angesprochen. „Hier wird nicht genascht! Hier wird gearbeitet! Erst die Arbeit dann das Vergnügen!“ Brumm Brumm erschreckt sich mächtig und verschluckt sich fast an seinem Süßen. Er muss erst einmal schauen, wer da mit ihm spricht. Vor ihm steht ein Hase, aber nicht so einer wie in seinem Stall. Nein, dieser sieht echt lustig aus. Er hat richtige Sachen an und ist voll mit Farbe bekleckert. „Aha“, sagt Brumm Brumm, „du musst der Osterhase sein und legst die Eier.“ „Ja“, sagt der Hase, „Ich bin es, aber Eier legen kann ich nicht, das machen die Hühner für uns. Und all die süßen Sachen kommen aus der Schokoladenfabrik. Alles wird an uns geliefert und wie du siehst, haben wir voll zu tun, alles schön bunt anzumalen und zu verpacken. Es ist viel Arbeit, denn jedes Kind auf der Welt möchte zu Ostern sein Osternest von uns geschenkt bekommen. Wie wäre es, ihr könnt uns ja helfen?“ Das lassen sich die Bärenkinder nicht zweimal sagen. Was für einen Spaß es macht, die Eier zu bemalen. Kennst du schon die Farben? Sage mir welche Farben haben die Eier? Die vielen Ostersachen werden noch verpackt und auf den Osterwagen geladen. Und schon ruckelt das Schäfchen mit dem Wagen los, um mit den Osterhasen die vielen leckeren Eier und Süßigkeiten zu verstecken. Es ist schon später Vormittag. Den Kindern fällt ein, dass sie eigentlich frühstücken sollten und der Mama Brumm Brumm gar nicht gesagt haben, wo sie hin wollten.
Schnell verabschieden sie sich vom Osterhasen. Der Osterhase gibt ihnen einen großen Korb mit bunten Eiern und Süßigkeiten mit. Er wünscht den beiden Kindern noch einen guten Heimweg. Zu Hause angekommen, sehen die beiden Bärenkinder schon Mama Brumm Brumm vor der Tür stehen und nach ihnen Ausschau halten. Sie lacht über das ganze Gesicht und sagt: “Ihr habt ja schon euern Osterkorb gesucht. Aber im nächsten Jahr wartet ihr, bis ich so weit bin, euch zu begleiten. Ich wäre doch auch gerne dabei gewesen.“ Brumm Brumm muss der Mama ganz schnell erzählen, was er gerade mit Bärli erlebt hat. Aber zuerst steckt er sich ein Schokoladenosterei in den Mund.